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Sind wir nicht alle polyamor?
Polyamorie ist, wenn man mehrere Menschen liebt. Das ist zumindest die kurze Version der Definition.
Sind dann nicht die meisten Menschen polyamor? Wir lieben vielleicht unsere Eltern, unsere:n Partner:in, unsere Kinder, und unsere richtig guten Freund:innen lieben wir doch auch irgendwie. Alle auf eine andere Art. Aber die Liebe zum ersten Kind wird nicht weniger, sobald das zweite auf die Welt kommt. Liebe ist keine endliche Ressource.
“Ja sorry aber das ist doch was anderes als Polyamorie oder?” denkst du dir jetzt vielleicht. Ja okay, bei Polyamorie geht es um Liebesbeziehungen, um die romantisch-emotional-erotische Art von Liebe. Aber eigentlich gelten da die gleichen Prinzipien. Dass man in einem Leben mehrere Menschen lieben kann ist ja offensichtlich — denn die Monogamie ist ja genau genommen meist eine “serielle” Monogamie: man hat ne Weile eine Person, die man mehr liebt als alle anderen, und oft endet das irgendwie weil die Liebe versandet oder weil jemand anderes auftaucht, der sich noch richtiger anfühlt. Also wird die eine Beziehung beendet und die andere begonnen. Oder es überschneidet sich inoffiziell ein bisschen, das ist auch gar nicht so selten. Der einzige Unterschied bei der Polyamorie ist also aus meiner Sicht die transparente Gleichzeitigkeit von mehr als einer Liebesbeziehung. Das schöne daran: wenn man sich in eine neue Person verliebt, muss…
